Varianten von Agri PV: Kombination von Landwirtschaft und Solarstrom

Kassel Airport gescheitert: Offener Beteiligungsprozess für Nachnutzung gefragt!

Die Diskussion um die Zukunft des Kassel Airport hat eine neue Dynamik erreicht: Nach dem Scheitern von Fischer Air und der seit anderthalb Jahren weitgehend stillstehenden Nutzung für Ferienflüge steht fest, dass der volkswirtschaftliche Nutzen des Flughafens nicht gegeben ist. – Das bestätigen hinter verschlossenen Türen auch Mitglieder des Aufsichtsrats und wollen einen Strategiewechsel einleiten. Lediglich Privatjets und andere Privatflieger nutzen den hochsubventionierten Flughafen. Aus diesem Grund fordern wir einen ergebnisoffenen, demokratischen Prozess für die Nachnutzung des Geländes – gemeinsam mit Politik, Zivilgesellschaft, Expert:innen und der lokalen Bevölkerung.

Was jetzt nicht passieren darf, ist ein Hinterzimmer-Gekungel am Willen der Bevölkerung vorbei“, betont Jona Königes. Der Kassel Airport wurde bislang mit rund 400 Mio. Euro an Steuergeldern subventioniert. Nur rund 300 Arbeitsplätze am Flughafen selbst und bei den Privatflugzeug-Firmen sind tatsächlich vom Flughafen abhängig. Jeder dieser Arbeitsplätze wird jährlich mit 30.000 € Steuergeld subventioniert, wie wir in unserem im im Februar veröffentlichten Schwarzbuch dargelegt haben. „Unser Steuergeld und dieses phantastische Gelände können wir viel besser für die Region nutzen, wenn wir nicht weiter krampfhaft am Status-Quo mit dem roten Teppich für Privatflieger festhalten„, so Königes.

Nun ist es an der Zeit einen Ideenwettbewerb für die Nachnutzung zu starten. Dabei könnten vielfältige Möglichkeiten eingebracht und evaluiert werden. Vorschläge reichen von einem Innovationszentrum mit regionalen Startups für die Energiewende und einem Katastrophenschutz-Zentrum über Agri-PV (Kombination von Landwirtschaft und Solarstrom) bis hin zu einem Verkehrsübungsplatz oder einem Festivalgelände à la Berlin-Tegel. Beispiele für solche Konversionen gibt es viele – zum Beispiel den ehemaligen Marineflughafen Eggebek in Schleswig-Holstein, der heute einen großen Energie- und Technologiepark beherbergt.

Keine undemokratischen Entscheidungen hinter verschlossenen Türen

Die Bürger:innen der Region haben ein Recht darauf, über die Zukunft des Geländes mitzubestimmen. Wir warnen davor, dass nun im Stillen über neue Nutzungen entschieden wird, ohne die Öffentlichkeit einzubinden. „Nach so vielen Jahren der Steuergeldverschwendung, ist es an der Zeit, die Bevölkerung einzubeziehen, statt weiter über unsere Köpfe hinweg zu entscheiden. Jetzt ist der politische Wille für einen ergebnisoffenen Dialog gefragt!“, so Dagmar Embshoff vom Bündnis. Stadt und Landkreis Kassel, die Gemeinde Calden sowie das Land Hessen als Eigentümer des Airports sollen nun einen strukturierten Beteiligungsprozess starten. Bis eine tragfähigere Lösung gefunden ist, sollten die Privatflieger am Flughafen, einen angemessenen Beitrag zu den horrenden laufenden Kosten des Flughafens leisten. Aktuell werden sie laut Schwarzbuch Kassel Airport indirekt mit 1053,-€ pro Flugbewegung subventioniert. Die Einführung angemessener Start- und Landgebühren wäre eine erste Möglichkeit auf dem Weg, die Verschwendung öffentlicher Gelder zu beenden.


Quellen:

Strategiewechsel beim Kassel Airport

https://www.hna.de/kassel/air-debakel-prueft-airport-einen-strategiewechsel-nach-fischer-94228051.html

Fischer Air – Die Chronologie des Scheiterns
https://www.hna.de/lokales/hofgeismar/calden-ort74694/fischer-air-am-kassel-airport-grenzt-ans-betruegerische-94251211.html#google_vignette


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