Sommerflugplan im stand-by Modus

Nach dem Totalausfall von Fischer Air sind am kassel airport nur noch Kurzsstrecken-Flüge im Angebot

Es war abzusehen, dass es Probleme gibt mit Fischer Air: es gab keine flugberechtigten Maschinen, die Kommunikation mit der Airline war nicht existent und die Verbraucherzentrale warnte seit Monaten davor bei Fischer Air zu buchen, weil die Gefahr bestand, das eingezahlte Geld bei Ausfall nicht zurückzubekommen. Dennoch setzte der Kassel Airport alles auf diese einzige windige Karte.

Das sagt alles über die Situation dieses Flughafens aus: es gibt keinen Markt, für den sich eine ernstzunehmende Airline interessieren würde. Die Passsagierzahlen sind seit drei Jahren im Sturzflug und bald hat der Segelflugplatz auf dem Dörnberg mehr Starts und Landungen als der Kassel Airport Passagiere hat.

Anfang Februar ist zum vierten mal ein Flug von Fischer Air am Kassel Airport ausgefallen und damit hat der Winterflugplan dieser Airline nicht stattgefunden. Die Hessische Verbraucherzentrale ist an dem Fall dran: es geht um den Vorwurf des Betrugs, weil die Gebühren für schon bezahlte aber ausgefallene Flüge von Fischer Air bisher nicht zurückerstattet wurden.

Die von der HNA erwähnten neu terminierten Flüge am 14. und 21.2. stehen bis heute (Samstag Abend, 14.2.26) nicht auf dem Flugplan des Kassel Airport. „So kann das nichts werden,“ sagt Jona Königes vom Bündnis Kassel Airport Stoppen`. „Ein Winterflugplan findet nicht statt. Und ob der Sommerflugplan dann noch mit Fischer Air kommt, steht in den Sternen.“

„In zwei Monaten soll jeden zweiten Tag eine Maschine von Fischer Air vom Kassel Airport in den Süden starten. Wer jedoch bucht bei so einer unzuverlässigen Airline, die noch keinen einzigen Flug ab Kassel zustande gebracht hat und noch dazu das Risiko im Raum steht, dass Kundinnen ihr Geld am Ende nicht zurückzubekommen?“ fragt sich Gabriel Herr von den „Students for Future – Kassel“

Die Frage nach der Verantwortung des Kassel Airport an dieser Misère stellt sich immer mehr: der Airport muss die Reissleine ziehen und die Zusammenarbeit mit Fischer Air beenden, bevor noch mehr Menschen geschädigt werden!

Aktualisierung am 15.2.2026

Derzeit plant Fischer Air im Sommerflugplan 210 Flüge ab Kassel, das sind 70% aller Flüge vom Kassel Airport. Jedoch ist bis heute keiner dieser Flüge buchbar. Bisher sind 4 Flüge ausgefallen/verschoben oder die Passagiere wurden umgebucht, weil es zu wenige Buchungen gegeben haben soll. In sechs Wochen beginnt der Sommerflugplan und die Flüge des größten Anbieters Fischer Air sind nicht buchbar, eine Katastrophe für den Kassel Airport und keine Einladung von diesem Flughafen aus in den Urlaub zu fliegen.

Vor allem auch deshalb, weil laut Flugplan alle Flüge von Fischer Air auf die Kanarischen Inseln mit einen Zwischenstopp in Friedrichshafen geplant sind. Auf der Webseite des Airports am Bodensee sind diese Flüge jedoch nicht ausgewiesen und ein bereitgestelles Büro im Terminal wurde von Fischer nie bezogen.

Detlef Schäfer-Carroll, Geschäftsführer des Flughafens in Friedrichshafen, ist sehr aufgebracht und stellt laut „Reisemagazin web.de“ klar: „Bisher haben wir keinen Flugplan seitens ‚Fischer Air‘ erhalten. Der Flughafen Friedrichshafen steht in keiner geschäftlichen Verbindung zu ‚Fischer Air‘. Wir haben auch kein Personal für Flüge mit ‚Fischer Air‘ vom Flughafen Friedrichshafen eingeplant, da diese Fluglinie bisher weder über eine Genehmigung noch über Flugzeuge verfügt.“

Dann überschlagen sich die Ereignisse: „Ich erwäge, alle Flüge bis Mitte Mai zu stornieren. Wir haben in den letzten Wochen keine neuen Buchungen erhalten, und die Anzahl der Gäste, die Flüge ab Kassel bis Mitte Mai gebucht haben, ist extrem niedrig“, wird Geschäftsführer Vaclav Fischer mit einer Stellungnahme gegenüber dem Reisemagazin „reise vor9“ zitiert.

Die „Bild“ vermutet schon in Fischer „eine Airline, die es nicht gibt“. Bisher gibt es sie auch nur auf dem Papier, sie hat keine Flugzeuge, keine Betriebserlaubnis und nur eine Briefkastenadresse in Friedrichshafen. Das Impressum wurde jetzt geändert und eine Hamburger Adresse eingetragen.

Laut „Bild“ erklärte Vaclav Fischer jedoch: „Wir ziehen an den Flughafen Kassel und eröffnen dort kommende Woche ein Büro.“ Davon hat Lars Ernst, der sonst immer sehr optimistische Geschäftsführer des Kassel Airport, bisher nichts verlautbaren lassen. Und die 28 Flüge, die eventuell bis Mitte Mai storniert werden sollen, stehen weiterhin im aktuellen Flugplan.

Nur die tschechische Gewerbeaufsicht reagierte promt und setzte die domain der Fluglinie auf die schwarze Liste von „riskanten online-shops“, damit potenzielle Kund*innen gewarnt sind.

Aber das ist noch nicht das Ende dieser immer skurriler werdenden Geschichte: zuletzt meldet sich Deutschlands zweitgrößte Reisegesellschaft Detour zu Wort. Dertour hat wohl das alte Reiseunternehmen Fischer Reisen und damit auch die Marke Fischer Air gekauft. Jetzt merken die das Fischer wieder groß rauskommen will und melden:

„Wir sind weder Partner von ‚Fischer Air‘ noch haben wir die Nutzung des Markennamens ‚Fischer Air‘ autorisiert. Wir überprüfen derzeit die Nutzung der Markenrechte und behalten uns rechtliche Schritte vor.“ Hat Fischer Air wirklich nicht die Markenrechte seines Namens?

Aktualisierung am 12.4.2026

Am 1.Mai erwacht der Kassel Airport als ein „Kurzstrecken-Flughafen“ aus seinem Winterschlaf und startet mit regelmäßigen Urlaubsflügen, hauptsächlich nach Sylt, Usedom und Botzen. Alles Urlaubsziele, die problemlos von Kassel mit der Bahn vom ICE Bahnhof aus zu erreichen sind. Nach Sylt z.B. sind es gute 5 Stunden Reisezeit und noch dazu wesentlich ökologischer!

Fischer ist wie befürchtet ein Totalausfall und somit sind über 70 % der geplanten Urlaubsflüge weggebrochen. Die größte Einnahmequelle des Kassel Airports sind nun mutmaßlich die auf dem Besucher:innenparkplatz geparkten nicht verkaufbaren Verbrenner-PKW, die auf neue Besitzer:innen warten. Ein passendes Symbolbild für die verfehlte Politik an diesem Ort und die Notwendigkeit eines Neuanfangs, basierend auf einer öffentlichen und ergebnisoffenen Diskussion über eine sinnvolle und nachhaltige Nachnutzung mit allen Beteiligten.


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