Es kann nicht sein, dass Sozialleistungen nicht ausgezahlt werden – während gleichzeitig weiter Millionen an Subventionen jedes Jahr an den Kassel Airport verschleudert werden!
Am 2.9.2025 haben wir einen Offenen Brief an den Landrat Andreas Siebert und die Gesellschafter des Flughafens veröffentlicht. Anlass sind die Sparzwänge zu denen sich u.a. der Landkreis Kassel und das Land Hessen in jüngster Zeit gezwungen sahen, während der Flughafen weiterhin massiv subventioniert wird.
Im offenen Brief schreiben wir u.a.: „Im Kreistag bzw. in der HNA vom 19.02. haben Sie, Herr Siebert, zu unserem großen Erschrecken mitgeteilt, dass der Landkreis die kommunale Daseinsfürsorge und die Rechtsansprüche der Bevölkerung nicht mehr erfüllen kann. Sie argumentierten mit der angespannten Haushaltssituation. Nach mittlerweile fast 400 Millionen Euro versenktem Steuergeld muss endlich ehrlich Bilanz gezogen werden: Die Subventionen an den Privatflughafen Kassel Airport müssen zum Ende kommen, wenn lebensnotwendige Sozialleistungen nicht ausgezahlt werden können und die Krankenhäuser auf der Kippe stehen.“
Der Flughafen ist 12 Jahre nach Eröffnung meilenweit von allen Zielen entfernt.
Deshalb fordern wir in dem offenen Brief mit Nachdruck, die klimaschädliche Subventionierung des Flughafens zu stoppen, indem eine Gebühr von 1000,- € pro Start und Landung erhoben wird. Die Landung von Privatjets soll komplett verboten werden, da diese extrem klimaschädlich sind. Schließlich fordern wir mit den Unterzeichnenden die öffentliche Hand auf, das Gewerbegebiet von der Kassel Airport GmbH zu trennen und sodann den Gesellschaftervertrag für den Flugbetrieb zu kündigen. Für eine sinnvolle Nachnutzung des Flughafens soll ein Ideenwettbewerb ausgerichtet werden.
Unterzeichnet ist unser Brief von diversen Organisationen aus Kassel und der Region, darunter BUND Kassel, Greenpeace, Fridays for Future, Parents for Future, die Students for Future und Klimagerechtigkeit Kassel.
Mit dem Schreiben möchten wir besonders Daten und Fakten in die Öffentlichkeit tragen, die wir über viele Monate recherchiert haben.
Besonders schockierend ist, dass am Kassel Airport ca. 90% der Flugbewegungen auf Privatflieger fallen. Die öffentliche Hand finanziert dadurch mit vielen Millionen Euro jährlich einen Flughafen für überwiegend private Luxusflüge der Reichsten unserer Gesellschaft. Vom Flughafen profitieren nur wenige Menschen und Firmen, darunter die Privatflugzeug-Firma Piper.
Piper hatte zuletzt einen Leserbrief unseres Bündnis-Mitglieds Jona Königes abgemahnt und ihn per Anwaltsbrief aufgefordert über 1300 Euro zu zahlen sowie verschiedene Aussagen daraus zu unterlassen. Bis auf eine übertriebene Äußerung, bestehen wir aufgrund gut recherchierter Fakten weiter auf der geäußerten Kritik. Nachdem Jona Königes mit Anwaltsschreiben konterte und Pipers Vorgehen öffentlich als haltlosen Einschüchterungsversuch brandmarkte, ist die Firma Piper weitestgehend zurückgerudert. Das Ende des Rechtsstreits ist ein großer Erfolg für die Meinungsfreiheit. Nun steht einer weiteren kritischen Auseinandersetzung mit dem Flughafen auch in breiter Öffentlichkeit nichts mehr im Wege!
Dieser Fall zeigt, wie wichtig es ist, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung zu fragwürdigen Infrastrukturprojekten äußern können, ohne juristische Repressalien befürchten zu müssen. Der Kassel Airport bleibt ein Symbol für eine jahrelang andauernde Steuerverschwendung und fehlgeleitete Regionalpolitik. Umfragen zeigen, dass klimaschädliche Subventionen von der Bevölkerung überwiegend abgelehnt werden.
Als zivilgesellschaftliche Initiative haben wir darauf hingewiesen, dass der Flughafen Kassel Calden nur wenige Nutznießer hat. Die Zahl der Arbeitsplätze die auf den Flughafen basiert, wird maßlos überschätzt, da diese weit überwiegend vom Gewerbegebiet, nicht aber vom Flughafen abhängen.
Wir fordern daher eine unabhängige Überprüfung der Wirtschaftlichkeit und der ökologischen Auswirkungen des Kassel Airport. Die massive Subventionierung von Privatfliegern über den Flughafen muss ein Ende haben. Ebenso muss Transparenz über die bisher fehlende Dokumentation der festgelegten Ausgleichsflächen für den Neubau des Flughafens hergestellt werden. Siehe dazu auch die PM des BUND Kassel vom 6.8.2025.
Sign and share:
Petition/ Offener Brief an den Landrat Siebert
Petition gegen Privatjets am Kassel Airport
Presse:
Süddeutsche Zeitung, Einsamster Flughafen Deutschlands



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